Juni 2016 "Sommernachtsparty"

Kalenderedition 2016

Partner-Werkstätten: Arbeitsbereich Pulverbeschichtung

„Sommernachtsparty“ – das Motiv für den Monat Juni ruft Erinnerungen an Wärme und buntes Treiben in uns hervor. Es steigen Bilder von Spaß und Vorfreude vor unserem „Inneren Auge“ auf, aber es gibt auch Erinnerungen – insbesondere bei Frauen -  an kurze panische Momente -  „Was ziehe ich bloß an?“ oder „Welche Farbe steht mir am besten?“.

So „unbehandelt“ wie dieses Edelstahldrahtgewebe würden wir nie auf eine Party gehen. Und auch die Teile, die in den Partner-Werkstätten die Oberflächenbehandlung bzw. die Pulverbeschichtung verlassen, bleiben nicht unbehandelt.  Pulverbeschichtung – was ist das?

Bei der Pulverbeschichtung wird Pulverlack auf die zu beschichtenden Werkstücke aufgebracht und durch Wärmeeinwirkung verschmolzen. Was hier so kurz und knapp beschrieben ist, benötigt aber viel Vor- und Nachbereitung. Die Werkstattmitarbeiter, die in der Pulverbeschichtung der Partner-Werkstätten arbeiten, haben keinen leichten Job. Die Arbeit wird zu 90% im Stehen ausgeführt, ist körperlich anstrengend und fast ausschließlich Handarbeit. Alle Metallteile können gepulvert werden, vom Fahrradrahmen über wenige Zentimeter große Federn, bis hin zu großen Stahlrahmen für das Anbringen von Sicherheitsgurten. Einzig und allein die Größe des Brennofens und der Pulverkabine schränken die Möglichkeiten ein.

Vor der Beschichtung werden alle Teile vorbehandelt. Das heißt, erst werden sie auf Rost überprüft und dann in der Waschanlage chemisch gereinigt und entfettet. Danach wird jedes Teil, ob groß oder klein, ob leicht oder schwer, einzeln von Hand mit speziellen Haken an sogenannte Traversen, dem Transportsystem der Anlage, gehängt. Manche Teile benötigen noch eine „spezielle Vorbehandlung“. So werden z.B. Gewinde mit Stöpseln oder Schrauben verschlossen, damit kein Pulver eindringen kann bzw. müssen Teile mit hitzebeständigem Klebeband abgedeckt werden, wenn sie ohne Lack bleiben sollen. Dies ist mitunter eine zeitraubende, aufwendige und verzwickte Angelegenheit.

Wenn das alles geschafft ist, dann werden die Teile in die Pulverkabine „gefahren“ und ein Werkstattmitarbeiter beginnt mit der eigentlichen Beschichtung. Dazu wird Druckluft direkt in das Pulver-Gebinde geleitet. Die Luft durchströmt das Pulver gleichmäßig und lockert es auf. Nun kann es wie eine Flüssigkeit mit Hilfe einer Pulverpistole auf das Werkstück gesprüht werden. In der Pistole wird der staubförmige Pulverlack durch Hochspannung elektro-statisch aufgeladen. Die Werkstücke sind über die Haken an den Traversen geerdet und das Pulver haftet an den Teilen. Das hört sich leicht an, aber der „Pulverer“ – so werden die Werkstattmitarbeit genannt, die diese Aufgabe erlernt haben – darf je nach Kundenauftrag eine Schichtdicke zwischen 70 und 120 µm nicht überschreiten. Und das ganze muss auch noch gleichmäßig sein. Ebenfalls eine sehr knifflige Aufgabe.

Danach geht es zum Ofen. Bei ca. 200 Grad Celsius verschmilzt das Pulver zu einem einheitlichen Lackfilm, der die Werkstücke vor Witterungseinflüssen und Rost schützt. Nachdem die Teile abgekühlt sind und einer Qualitätskontrolle unterzogen wurden, werden sie wieder einzeln von den Haken genommen und verpackt. Bei z.B. ca. 600.000  Federn oder 5.800 Gurtböcken jährlich, eine ziemlich anstrengende Arbeit.

Im Jahr benötigt die Pulverbeschichtung der Partner- Werkstätten ca. 4.000 kg Pulver. Wenn man alle Glanzarten zusammen zählt, können wir ca. 300 Farben anbieten. Damit sollte man für jede „Party“, für jedes Werkstück, das richtige Outfit finden.