Wasserball

Schwimmclub Chemnitz

Um dem Schwimmsport in England mehr Aufmerksamkeit und Zuspruch zu verschaffen, gründete der London Swimming Club im Jahre 1870 ein Komitee, das die Regeln des beliebten Fußballsports auf ein Spiel im Wasser übertragen sollte. Das Komitee brauchte ganze vier Jahre und präsentierte am Ende ein Spiel, das zunächst eher dem Baseball ähnelte und noch ohne Tore auskam. Es war größtenteils unreguliert und bevorzugte die körperlich stärksten Spieler. In den Folgejahren trafen regelmäßig britische und schottische Schwimmclubs aufeinander. Das Spiel entwickelte sich zu einer Wettkampfsportart, bekam neue Regeln sowie Tore. Die Technik und Schnelligkeit der Sportler gewannen so immer mehr an Gewicht gegenüber der bloßen Kraft.

Wasserball wurde schnell populär und schaffte bald den Sprung über den Ärmelkanal. Schon 1894 fanden auch in Deutschland erste Wettkämpfe im Wasserball statt. 1900 war der Sport zum ersten Mal offizielle Disziplin bei den Olympischen Spielen in Paris. Damit ist Wasserball die älteste olympische Mannschaftssportart, doch leider zunächst nur für die Männer. Obwohl die ersten Wettkämpfe der Frauen bereits 1906 in den Niederlanden und in den 20ern erstmals auch in Deutschland stattfanden, mussten die Frauen noch über viele Jahre gegen Vorurteile kämpfen und sich buchstäblich frei schwimmen. Erst im Jahr 2000 und damit 100 Jahre nach den Männern fand bei den Olympischen Spielen auch ein Wettbewerb der Frauen statt.

Pro Team gehen heute 13 Spieler in den Wettkampf. Bei einigen Turnieren sind es bis zu 15 Sportler, von denen sieben spielen - ein Torhüter und sechs Feldspieler. Neben Hannover als deutschem Olympiastützpunkt für den Wasserball fördern nur eine sportbetonte Gesamtschule in Berlin sowie das Chemnitzer Sportgymnasium und der Schwimm-Club Chemnitz von 1892 e.V. junge Wasserball-Talente. Dadurch ist Wasserball in Deutschland vor allem ein Breitensport. Internationale Spitzenleistungen bleiben leider aus. Die bislang erfolgreichste Mannschaft bei den Olympischen Spielen stellen mit neun Goldmedaillen die Ungarn. Rekordweltmeister ist Serbien.