Ringen

FC Erzgebirge Aue - Abteilung Ringen

Der sprichwörtliche Schlag unter die Gürtellinie gilt schon seit der Antike als unfair und besonders unschicklich. Beim Ringen im griechisch-römischen Stil, kurz Greco genannt, galt nur der Körper oberhalb der Gürtellinie als Angriffsfläche. Im Gegensatz zu heute wurde nackt gerungen und es gab keinen Bodenkampf. Derjenige, der seinen Gegner zuerst dreimal zu Boden warf, gewann. Das Ringen zählte bei den Olympischen Spielen der Antike zu den Disziplinen des Fünfkampfs. Als berühmtester Olympionike gilt der Ringer Milon von Kroton, der zum ersten Mal als Knabe im Jahre 540 vor Christus bei den 60. Olympischen Spielen gewann und diesen Triumph noch fünfmal wiederholen konnte. Milon war auch bei den anderen drei Panhellenischen Spielen siegreich und wurde zum ersten Periodoniken, jenen Sportlern, die in einem Vierjahreszyklus bei allen vier Spielen gesiegt hatten. Dem Feldherrn Milon, der auch ein Zeitgenosse und glühender Anhänger des Philosophen Pythagoras war, gelang auch dies ganze sechs Mal.

Auch bei den Olympischen Spiele der Neuzeit gehört das Ringen seit der ersten internationalen Olympiade 1896 in Athen wieder zu den olympischen Disziplinen. Erster Sieger war der leichteste und mit einer Körpergröße von nur 1,63 Metern auch kleinste Teilnehmer, der Deutsche Carl Schumann. Ein Goldschmied aus Münster, der außerdem im Turnen und Gewichtheben erfolgreich war. Auch in unserer Region hat das Ringen eine lange, erfolgreiche Tradition. Beispielhaft hierfür ist der FC Erzgebirge Aue, der nach der vollständigen Zerschlagung der Sportbewegung infolge des 2. Weltkriegs 1952 neu gegründet wurde und zu DDR-Zeiten mehr als 40 Meistertitel erringen konnte. Nach der Wende 1990 stellte der Verein weitere 7 deutsche Meister im Ringen und schaffte es als Mannschaft wiederholt in die 1. Bundesliga.

Heute unterscheidet man zwischen dem griechisch-römischen und dem Freistil, bei dem der gesamte Körper als Angriffsfläche gilt. Wer den Gegner durch Würfe, Schleudern und Hebel aus dem Stand in Bodenlage geschultert oder gepinnt, also mit beiden Schultern auf die Matte gebracht hat, gewinnt. Seit 2004 ist das Freistil-Ringen auch für Frauen olympische Disziplin.