Bogenschießen

Bogensportclub Chemnitz Rabenstein e.V.

In der Ruhe liegt die Kraft. Dafür steht das Bogenschießen so sinnbildlich wie kaum ein anderer Sport. Bogenschießen ist die Kunst des Identischen. Der Bogenschütze kann diese Perfektion jedoch immer nur üben und nie wirklich erlangen oder gar reproduzieren. Er benötigt Ruhe und Konzentration, um einen möglichst gleichbleibenden, eleganten Schussablauf zu erlangen und die Auflagen mit einem Durchmesser von 122 cm in bis zu 90 Metern Entfernung zielgenau zu treffen. Das zu erlernen, benötigt viel Zeit und Übung, auch wenn dafür heute technologisch hoch entwickelte Sportgeräte zur Verfügung stehen und nicht mehr instinktiv ohne Zielvorrichtungen oder Stabilisatoren vom Rücken mongolischer Pferde aus trainiert wird. Im Schnitt dauert die Ausbildung zum Bogenschützen drei Jahre. Mindestens zweimal pro Woche, besser drei bis viermal sollte man für diesen Sport einplanen, um die empfehlenswerten Schusszahlen von 500 Pfeilen pro Woche zu erreichen. Ein positiver Nebeneffekt: Bogenschießen ist gesund. Viele Rückenschulen empfehlen den Sport inzwischen als Therapie zur Rehabilitation und Stärkung der Rücken-, Brust- und Schultermuskulatur sowie zur Stressreduktion. Oft wird er auch als Mittel zur Persönlichkeitsentwicklung meditativ und therapeutisch angewandt.

Seine Ursprünge hatte das Bogenschießen jedoch nicht im Sport, sondern als eine der ältesten Jagdformen der Menschheit. Bereits vor 14.000 Jahren und damit lange bevor Robin Hood mit dem Langbogen in den Wäldern von Nottingham auf die Jagd nach reicher Beute ging, benutzte der Mensch schon Pfeil und Bogen als tödliche Fernwaffe. Zum Sport wurde das Bogenschießen erst Anfang des 19. Jahrhunderts in Belgien, wo es schnell zum Volkssport avancierte. In Deutschland hatte es das Bogenschießen zunächst schwer, überhaupt als Sport anerkannt zu werden, trotz oder vielleicht sogar wegen der damals stattfindenden Einführung der deutschen Turnbewegung durch den Turnvater Jahn. Hilfreich für seine Verbreitung war, dass das Bogenschießen 1900 erstmalig Olympische Disziplin wurde. Die erste deutsche Anleitung für das Bogenschießen mit dem Doppeltitel „Bogenschießen / Werfen mit dem Bumerang“ von 1920 war lange Zeit maßgeblich in Deutschland und wurde erst 1948 durch den Titel „Zen in der Kunst des Bogenschießens“ des deutschen Philosophen Eugen Herrigel abgelöst. Heute kann das Bogenschießen in zahlreichen Vereinen wie dem bei Deutschen- und Landesmeisterschaften erfolgreichen Bogensportclub Chemnitz Rabenstein e.V. in der Halle und im freien Gelände erlernt werden.